Das digitale Schulterklopfen

On April 26, 2010, in Uncategorized, by Christian Niemczik

Angeregt durch einen Vortrag für Moodle-Anwender, möchten wir das „User Tracking” im „sudile”-System genauer beschreiben.

Natürlich ist der Lehrende daran interessiert, den Lernprozess jedes Lernenden zu unterstützen.

Im Unterschied zu anderen Lernmanagementsystemen besitzt eine Bewertung, sei es durch Punkt- und/oder Prozent-Systeme, im „sudile”-System keine so große Bedeutung.

Zentraler didaktischer Ansatz ist vielmehr das selbstgesteuerte Lernen,

welches dadurch begleitet wird, dass zu den Lösungen eines Lernenden in jeder Lerneinheit Rückmeldungen vom Tutor angefordert werden können. Da zeigt sich dann, ob ein Thema verstanden bzw. verarbeitet wurde.

Für dieses aktive Feedback steht die Möglichkeit bereit, im Laufzettel Lösungen zur jeweiligen Lerneinheit in das System zu laden. Der Tutor seinerseit gibt über ein Ampelsystem oder interne Nachrichten (es muß kein Mailserver ins System integriert sein) Feedback an den Lernenden.

Eine zweite Feedback-Möglichkeit für Lernende/Tutoren entsteht, wenn der Lernende zum Autor wird – genauer gesagt zum Co-Autor. Dann kann direkt über die Hinweis-Funktion von allen Lernenden/Tutoren Feedback zu den geschaffenen Lerninhalten gegeben werden.

Wie schon geschildert, hat die Punkt-Bewertung im „sudile”-System keine große Bedeutung. Dennoch existiert sie im Testsystem, das neben den Selbsttests mit sofortiger Rückmeldung auch den klassischen Test erlaubt, der erst durch den Tutor ausgewertet, eine Bestandsaufnahme zum angeeigneten Wissen erlaubt.

In der neuen Version kann über ein Statistik-Modul die Diskussionsfreude in Foren durch die Teilnehmer in Zahlen ausgedrückt werden.

Abschließend soll der Laufzettel des Systems genannt werden, der ein Teil des zentralen didaktischen Ansatzes – das Stationenlernen – ist.

Damit kann der Lernende seinen Lernfortschritt dokumentieren und der Tutor erhält so eine wichtige Rückmeldung. Wie wichtig diese unscheinbare Funktion ist, zeigten Proteste der Lernenden, als das System kurzzeitig überarbeitet wurde. Zeigt man allen Beteiligten in einem „Blended Learning”-Szenario die Sicht des Tutors, ist dies meistens mit einem Motivationsschub verbunden. Gleichzeitig kristallisiert sich schnell heraus, welche Lernenden für die Unterstützung der „Langsam-Lerner” eingesetzt und somit Tutor-Funktionen übertagen werden können.

Im Moodle-System erhalte ich zum Beispiel eine prozentuale Angabe über angeklickte Lerneinheiten, auch wenn dies unabsichtlich geschehen ist und die Lerneinheiten nicht abgearbeitet wurden. Was sagen diese Zahlen aus?

Lernfortschritt im Moodle-System

Im „sudile”-System setzt der Lernende bewusst ein Zeichen für sich und den Tutor.

Lernfortschritt im sudile-System

Weil dies eine so große Bedeutung hat, nennen wir diese Laufzettelfunktion auch das „Digitale Schulterklopfen”

Foto von: sⓘndy°

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